Diese Orgel wurde 1902 in Waldkirch gefertigt und birgt eines der ganz frühen pneumatischen Orgelwerke. Sie spielte zuletzt 1936 an einer "U-Boot-Schnellbahn" und wurde 1991 nach 55 Jahren des Vergessens in einem Schuppen entdeckt.
Über 1400 Arbeitsstunden werden ihr neues Leben und neuen Glanz einhauchen.
Im bild zu erkennen: die untere Partie wurde nach außen versetzt und plump verbreitert. Die harmonische Form der Schnecke und das optische Gleichgewicht der gesamten Fassade sind dadurch gestört.
Sie war dort der Witterung und der Sonne ausgesetzt und dadurch weitgehend, sowohl technisch als auch optisch in starke Mitleidenschaft gezogen.
Im Orgelkasten fand man sogar Tierknochen... Ganze Teile waren vom Holzfraß zersetzt und unwiederbringlich beschädigt.
Die Fassade wird "ausgezogen" und minutiös untersucht.
Zunächst wird die Front zerlegt. Dabei lassen sich vorgenommene Änderungen identifizieren. Der Abgleich mit historischen Vergleichsobjekten und verräterische Leimspuren erhärten die vermutung: die Seitenteile wurden irgendwann etwas lieblos verbreitert, dabei wurden unübersehbar die unteren großen Schnecken linear gestreckt.
Das Seitenteile werden rekonstruiert in den Originalmaßen. Fehlende Teile werden ergänzt durch originalgetreue Holzschnitzereien. Mit Kartonschablonen, statt den verlorenen oder zerstörten teilen, wird der Aufbau simuliert. Die untere Schnecke findet hier ihren alten Form wieder (die Seitenteile waren verbreitert worden). Am Ende stehen die Seitenteile rekonstruiert, mit den ergänzten und wiederverwendeten Holzschnitzerein.